Warum jeder Mechanismus eine Quelle hat

Aussagen über autistische Neurologie sind nur dann nachprüfbar, wenn die Quelle direkt verlinkt ist. Ohne Verlinkung bleibt jede Aussage eine Behauptung. Mit Verlinkung wird sie ein Anker, den jede Leserin und jeder Leser bis zur Originalstudie zurueckverfolgen kann.

Aus dieser Beobachtung ist eine strukturelle Änderung an Autistic Mirror entstanden. Unter dem H1 jedes Blogartikels steht jetzt ein kompakter Quellen-Block. Wenn der Artikel einen Mechanismus behandelt, für den eine validierte Originalpublikation existiert, ist sie dort sichtbar verlinkt. Mit Autor, Jahr und DOI.

Wie der Quellen-Block entsteht

Hinter dem Block steht ein kuratiertes Lexikon im Code der Plattform. Jeder Eintrag durchläuft drei Prüfungen, bevor er aufgenommen wird. Erstens: die Erstpublikation des Mechanismus muss benannt sein. Zweitens: der DOI muss auflösen und in einem Verlag liegen, der bekannt ist (Nature, Springer, Sage, Elsevier, Wiley, BMJ, Cambridge, Frontiers, PLOS, NEJM und vergleichbare). Drittens: der Abstract der Quelle muss die Aussage decken, die im Artikel zitiert wird. Erst wenn alle drei Prüfungen bestanden sind, geht der Eintrag in das Lexikon.

Aktueller Stand: sechzig Eintraege mit Quelle. Sie decken die Mechanismen ab, die in der App und im Blog am häufigsten vorkommen. Monotropismus, Predictive Coding, Reizfilter-Erschoepfung, Maskierung, autistisches Burnout, Double Empathy, Interozeption, Time Blindness, polyvagale Theorie und weitere. Plus die häufigsten Begleitdiagnosen mit eigenstaendiger Ätiologie (EDS, ME/CFS-nähe, MCAS, POTS, Epilepsie, Tourette) und die intersektionalen Achsen, für die belastbare Studien vorliegen.

Was bewusst nicht passiert

Es gibt keine KI-generierten Quellen. Es gibt keine Sekundärzitate nach dem Muster "zitiert nach". Es gibt keine Inhalts-Zusammenfassungen, die nachtraeglich mit einem plausibel klingenden DOI versehen werden. Wenn für eine Aussage kein validierter Lexikon-Eintrag existiert, bleibt die Stelle quellenfrei. Die Aussage darf dann nur in generischer Form stehen ("Forschung zum Locus Coeruleus zeigt ...") oder gar nicht.

Diese Regel ist hart, weil sie die einzige ist, die Drift verhindert. Sobald eine einzige Aussage einen erfundenen DOI traegt, ist der Anker beschädigt für alle anderen.

Wo der Block sichtbar ist

Der Quellen-Block erscheint direkt unter dem H1 in allen sieben Sprachvarianten eines Artikels. Dieselbe Datenstruktur speist den Quellen-Hinweis auf jeder Glossar-Karte im persoenlichen Glossar der App. Wenn die App in einer Antwort einen Fachbegriff erklärt, kann derselbe Eintrag den Begriff in das Glossar tragen, mit derselben validierten Quelle.

Die Pflege geschieht in klar abgegrenzten Wellen. Jede Welle prüft eine geschlossene Gruppe von Mechanismen, dokumentiert pro Eintrag die drei Prüfschritte und schreibt das Ergebnis als Codeänderung fest. Einträge werden nicht still nachgeschoben. Neue Quellen entstehen nur über eine neue Welle, nie über eine Einzeländerung am Blog.

Was bleibt

Nachvollziehbarkeit ist keine Geste. Sie ist eine prüfbare Eigenschaft der Plattform. Wer einen Mechanismus auf Autistic Mirror liest, kann den Weg von der Aussage bis zur Originalstudie in zwei Klicks gehen. Wer keine Quelle findet, weiss, dass an dieser Stelle bewusst keine versprochen wurde. Beides ist Teil derselben Disziplin.

Autistic Mirror ist ein KI-Chat, der autistische Neurologie individuell und auf die jeweilige Situation bezogen erklärt. Mechanismus statt Ratschlag. Erklärung statt Korrektur. Die App ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung.

Aaron Wahl
Aaron Wahl

Autist, Gründer von Autistic Mirror

Die App, über die hier gesprochen wird.

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